Wieviel Multimedia braucht eine Hotel-Website?

0 Posted by
Posted in webdesign

Der Bereich Tourismus im Allgemeinen ist derzeit aufgrund der Wirtschaftskrise nicht nur zwei- sondern mehr-geteilt. Kleinere Unterkünfte im preisgünstigen Segment erfreuen sich einer relativ guten Nachfrage, Premium-Unterkünfte habens schwerer. Wir leben heute im Tourismus in einem Käufermarkt, sprich: Es gibt mehr Angebot als (potenzielle) Gäste.

Das letzte was Hotels in diesen Zeiten im Überfluß übrig haben ist Geld für “Nice-To-Have”-Produkte, wie bspw. einen Hotelfilm oder aufwändig produzierte Multimediaprodukte für Homepage.

Wie auch in anderen Branchen besteht im speziellen für Videofirmen das Problem darin, dass heute “jeder” Filme drehen kann, ohne dafür viel Geld ausgeben zu müssen. Ich hab bspw. unter anderem eine Casio
Exilim Z-80 Digicam, die auf Knopfdruck YouTube-kompatible Filme dreht. Kombiniert mit einem PC oder Macbook und diversen kostenlosen Videobearbeitungsprogrammen erzielt man damit heute Videos “fast” auf Profiniveau – zum Nulltarif.

Geld mit Web-Videoproduktionen zu verdienen wird noch schwerer, wenn der Auftraggeber zwar die Leistung haben möchte, dafür aber kein Geld zu bezahlen bereit ist. Dann müssen neue Konzepte her – wie bspw. “Web 2.0″ – Plattformen (Blogs, etc.): D.h. der Produzent betreibt eine Plattform und sorgt selbst für Content und Community. Sowas funkioniert aber nur, wenn mit dem produzierten Content der Hotelier auch tatsächlich neue Gäste und Buchungen bekommt. Keine Rendite – keine zahlende Gäste – keine Geld “übrig”. Wenn das Geschäftsmodell einer Plattform jedoch lediglich auf Verkauf von (dumpfen) Werbe-Bannern ausgerichtet ist wird sich das für die Werbepartner mittel- bis langfristig nicht rentieren, weils einfach zu viele Plattformen gibt, die dasselbe versuchen.

Seit Jahren beobachte ich auch im Tourismus diverse Web-TV Plattformen kommen und wieder gehen – die einzige Plattform die voraussichtlich auch noch in einigen Jahren funktioniert ist “YouTube”! Nungut, Google scheint ja auch in der Lage, die Plattform mit Millionen US-Dollar zu quersubventionieren. Video-Ads im Web haben sich allerdings bislang hierzulande als Flop erwiesen – zu teuer in den Produktionskosten, zu teuer in der Auslieferung, keine Rendite.

Und mal ehrlich: Welcher potenzielle Gast hat denn wirklich die Zeit, sich auf einer Hotel-Website ein 30-minütiges Video anzusehen, wenn die durchschnittliche Aufenthaltsdauer auf einer “normalen” Hotel-Website etwa 3 Minuten beträgt (davon schon mal mind. 1 Minute für das Ausfüllen des Anfrageformulars) und die am häufigst angeklickten Seiten “Zimmer & Preise” oder Pauschalangebote?!

Tagged:

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>